Reykjavik
An manchen Ecken wirkt die kleinste Hauptstadt der Welt, in der mehr als die Hälfte aller Isländer leben und sich alle beim Vornamen anreden, wie ein Dorf. Doch in Sachen Lebenslust und Kreativität kann Reykjavik mit anderen Metropolen locker mithalten.
Kleine Stadt, ganz groß
Reykjavik zählt zwar gerade mal 190.000 Einwohner, und verglichen mit anderen Metropolen ist Islands Hauptstadt ein Dorf. Doch dafür hat sie ein geradezu südländisches Temperament, eine ansteckende Lebenslust – und jede Menge Energie.
Party am Polarkreis
Reykjaviks Nächte sind lang. Manche Einwohner sagen sogar, sie dauern ein halbes Jahr. Und nirgendwo wird ausgelassener gefeiert als im Zentrum: dem Stadtteil 101. Wir zeigen die besten Clubs im Epizentrum des isländischen Nachtlebens.
Heiße Nächte, kühle Drinks
Die Grenzen zwischen Cafés, Bars und Clubs sind in Reykjavik fließend. Dort, wo tagsüber und abends Essen serviert wird, kommen nachts leckere Drinks auf den Tisch. Und am Wochenende machen DJs das Lokal zum angesagten Tanzschuppen.
Kleine Stadt, ganz groß
Reykjavik zählt zwar gerade mal 190.000 Einwohner, und verglichen mit anderen Metropolen ist Islands Hauptstadt ein Dorf. Doch dafür hat sie ein geradezu südländisches Temperament, eine ansteckende Lebenslust – und jede Menge Energie.
Junge Menschen schlendern die Einkaufsstraße Laugavegur hinunter, vorbei an überdimensionierten Geländewagen und zweigeschossigen Häusern mit rot, blau, gelber Wellblechverkleidung. Ein älteres Paar spaziert über den Austurvöllur, den malerischen Platz in der Altstadt, während die Möwen im Hafen am grauen Atlantik die Fischerboote nach Fischresten ausspähen.
Urbanes Flair? Fehlanzeige. Einwohnerzahl? Nicht der Rede wert. Kulturelles Erbe? Unbedeutend. Es stimmt schon: Vieles, was Weltstädte wie Rom, Paris und New York auszeichnet, wirst du in Reykjavik vergeblich suchen. An manchen Ecken wirkt die kleinste Hauptstadt der Welt, in der mehr als die Hälfte aller Isländer leben und sich alle beim Vornamen anreden, wie ein Dorf. Einziges Wahrzeichen der Stadt ist die Hallgrimskirkja, eine moderne Kirche, die wie ein Raumschiff auf der Startrampe in den Himmel ragt.
Doch in Sachen Lebenslust und Kreativität kann Reykjavik mit anderen Metropolen locker mithalten. Jeder zehnte Isländer veröffentlicht in seinem Leben einen Text, nirgendwo ist die Autorenquote höher als in Islands Hauptstadt. Überhaupt will hier fast jeder Künstler sein: Maler, Bildhauer, Musiker, Schauspieler. Ob wilde Perfomances oder provokante Ausstellungen, Kneipenkonzerte oder Inszenierungen mit viel Theaterblut – Kreativität ist in Reykjavik allgegenwärtig.
Die Stadt hat jede Menge Energie und das im wörtlichen Sinne: Heißes Wasser aus der Erde speist die Thermalbäder und Hot Pots der Stadt, in den runden Open-Air-Becken kannst du auch schlechtes Wetter problemlos aussitzen. Sogar das Meer wird beheizt: Zwischen Mai und August wird das Wasser im Geothermalbad Nautholsvík künstlich auf 18 bis 20 Grad Celsius erwärmt, Sand aus Marokko bedeckt den eigentlich schwarzen Strand der Bucht.
Nur wenige Autominuten von der Stadt entfernt zeigt sich Island rau, wild und ursprünglich. Zwischen Geysiren, eisgrauen Wasserfällen und paradiesischen Solebecken kannst du sie spüren, die Energie der Vulkaninsel. Sie wirkt ansteckend. Bei Tag. Und bei Nacht.
Party am Polarkreis
Reykjaviks Nächte sind lang. Manche Einwohner sagen sogar, sie dauern ein halbes Jahr. Und nirgendwo in Islands Hauptstadt wird ausgelassener gefeiert als im Zentrum: dem Stadtteil 101. Wir zeigen die besten Clubs im Epizentrum des isländischen Nachtlebens.
Glaubt man dem Schriftsteller Hallgrimur Helgason, dann ist Reykjaviks Nachtleben auch deshalb so turbulent, weil das isländische Jahr nur aus zwei Nächten besteht. Die eine dauere einen Winter lang, die andere einen ganzen Sommer; die eine sei dunkel, die andere hell. Der heißesten Partyzone der Stadt hat Helgason einen Roman gewidmet: In „101 Reykjavik“ lässt sich ein junger Müßiggänger durch das gleichnamige Viertel in der Innenstadt treiben. Tanzt in hippen Clubs und versackt in dämmrigen Bars. Genau wie im wirklichen Leben.
Café Oliver, Reykjavik
Wer in Reykjavik feiern geht, startet meist erst nach Mitternacht, eine Sperrstunde gibt es nicht. Am Wochenende trifft sich das schicke Partyvolk vor allem im Zentrum: im Stadtteil 101, benannt nach seiner Postleitzahl. Im 12 Tonar kannst du dich schon früh auf eine lange Partynacht einstimmen (Skolavordustig 15, www.12tonar.is). In dem kleinen Plattenladen des gleichnamigen Musiklabels treffen sich Leute wie du und ich auf einen Espresso in der gemütlichen Lounge mit Sofas und CD-Playern. Freitags um 17 Uhr spielen Bands Konzerte, dann ist der Laden meist proppevoll.
Café Oliver, Reykjavik
Die Reichen und Schönen treffen sich im Rex (Austurstræti 9). Sir Terence Conran gestaltete den eleganten Club: mit Stuck und Stil, Plüsch und Louis-XV-Möbeln, Ledersofas und Kronleuchtern. Wenn Björk in der Stadt ist, schaut auch sie nicht selten vorbei. Kaum irgendwo in Reykjavik siehst du mehr Schönheiten in knappen Kostümen als hier.
Café Oliver, Reykjavik
Heiße Nächte, kühle Drinks
Die Grenzen zwischen Cafés, Bars und Clubs sind in Reykjavik fließend. Dort, wo tagsüber und abends Essen serviert wird, kommen nachts leckere Drinks auf den Tisch. Und am Wochenende machen DJs das Lokal zum angesagten Tanzschuppen.
Ganz in Weiß präsentiert sich die 101 Bar (Hverfisgata 10, www.101hotel.is). Die stylische Restaurant-Bar im Erdgeschoss des 101 Hotels beeindruckt durch cooles Design – ideal, um sich bei Ambience-Sounds und mit exzellenten Cocktails auf eine lange Nacht einzustimmen. Auch das Bar-Bistro B5 (Bankastraeti 5, www.b5.is) setzt auf innere Werte: Die Räume sind skandinavisch reduziert eingerichtet, die Stühle stammen von Philippe Starck. Weitere Pluspunkte: eine Bibliothek und eine umfangreiche Getränkeliste.
101 Bar, Reykjavik
Großartige Cocktails und eine ausgefeilte Lightshow findest du in der schicken Astro Bar (Austurstraeti 22, Tel. +354-5529222). Die Beleuchtung wechselt zwischen 300 verschiedenen Farbtönen und setzt das coole Interieur jederzeit ins rechte Licht. Zwei Dancefloors und wechselnde DJs machen die Bar zu einem der heißesten Spots der Stadt. Sehr viel bodenständiger geht es im Gaukur á Stöng am Hafen zu (Tryggvagata 22, Tel. +354-5511556). Im ältesten Pub der Stadt sitzen isländische Schönheiten neben Seglern, die Stimmung ist ausgelassen, man kommt leicht ins Gespräch. Jeden Abend wird hier Live-Musik gespielt. Bevor 1989 das isländische Bierverbot aufgehoben wurde, sollen die Betreiber die beliebte Spezialmischung aus Bier und Wodka erfunden haben
Mediterran angehauchte Einrichtung, entspannte Atmosphäre: Das Vegamot (Vegamotastigur 4, www.vegamot.is) im Zentrum von Reykjavik ist Bistro, Bar und Café in einem. Am Wochenende schließt die Küche um zehn Uhr abends, dann zeigen die größten Talente Islands an den Turntables, was sie drauf haben und verwandeln das Vegamont mit ihren Dancetracks in einen Nachtclub – je später der Abend, desto wilder die Stimmung. Im Sommer kannst du draußen auf der Terrasse beobachten, wie es nie wirklich dunkel wird. Über Wochen, über Monate. Noch ein Grund mehr zu feiern.
101 Bar, Reykjavik